Aufführende:
Elena So, Sopran
Chieko Kinugasa, Sopran
Sandra Gerlach, Alt
Emanuela Musso, Alt
Sebastian Seitz, Bariton
Concert-Chor Concordia Hürth
Kammerphilharmonie Rhein-Erft
Leitung: Christian Letschert-Larsson
Kölner Stadt-Anzeiger vom 25. November 2025
von Hanna Styrie
Leckerbissen für Hürther Concert-Chor
Concordia brillierte mit Requiem für Mignon von Robert Schumann und Requiem op.48 von Gabriel Fauré
Die Werke waren mit Bedacht gewählt. Am stillen Totensonntag präsentierte der Concert-Chor Concordia Hürth und die Kammerphilharmonie Rhein-Erft gleich zwei Requiem-Vertonungen in der Kölner Phlharmonie: Robert Schumanns Requiem für Mignon und das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré.
Den Auftakt aber machte Mozarts populäre Sinfonie KV 550, die sich mit ihrem schmerzlich melancholischen Grundtun gut in das Konzept fügte. Unter Christian Letschert-Larssons versierter Leitung gelang der Kammerphilharmonie Rhein-Erft eine feinsinnige Interpretation. Präzision und Liebe zum Detail prägten die Aufführung des Werks, dessen bekanntes Eröffnungsmotiv gelegentlich als Handyklingelton dient. Der Dirigent und sein Orchester erfreuten durch eine packende Darstellung der vier Sätze.
Trauer und Melancholie
Selten zu hören ist Robert Schumanns 1849 entstandenes Requiem für Mignon für Soli, Chor und Orchester, das auf Texten aus Goethes Roman „Wilhelm Meister“ basiert. Im dem intimen, knapp gefassten sechsteiligen Werk beklagen Kinder den Tod der geheimnisvollen Mignon. An deren Lieder, die von zwei Altstimmen und zwei Sopranistinnen gesungen werden, schließt der Chor die Aufforderung an, ins Leben zurückzukehren.
Stimmschönheit und -klarheit legte der Concert-Chor Concordia dabei ebenso an den Tag wie die Solistinnen Elena So, Chieko Kinugasa, Elena Musso, Sandra Gerlach und der Bariton Sebastian Seitz. Trauer und Melancholie, die das Requiem ausstrahlt, verbinden sich am Ende mit Hoffnung und Optimismus.
Das Hauptwerk des Matineekonzerts war Gabriel Faurés Requiem op. 48. Die Totenmosse des französischen Komponisten und Organisten berührt durch klangliches Raffinement, schwebende Melodien und einen sanften Ausdruck, den Christian Letschert-Larsson deutlich herausstellte.
Fauré war die Vorstellung eines zornigen, rächenden Gottes fremd, deshalb verzichtete er auch auf das „Dies irae“, das himmlische Strafgericht. Ein milder Grundton ist schon für das eröffnende Kyrie kennzeichnend, mit dem die Sängerinnen und Sänger ebenso die Herzen berührten wie Sebastian Seitz mit inniger, aber zurückhaltender Gestaltung im Offertorium.
Der zentrale Satz ist das „Pie Jesu“. Elena So bot hier mit lichtem Sopran eine gefühlserfüllte Interpretation. Im „Libera me“ wird die elegische Spannung kurz durchbrochen, wenn der „Tag des Zorns, des Unheils und des Elends“ mit dynamischen Steigerungen heraufbeschworen wird. Hier hätte man sich stellenweise eine deutlichere Artikulation gewünscht, was die insgesamt eindrucksvolle Leistung aber kaum schmälert.
Die Aufführungen in der Kölner Philharmonie gehören alljährlich zu den Höhepunkten unter den vielfältigen Konzert-Aktivitäten des Concert-Chors Concordia. Im Publikum waren zahlreiche Freunde und Familienangehörige, die zu Recht anhaltenden Beifall spendeten.